Menu

Die Zeckensaison steht uns bevor

21.03.2016 09:59 | Gesundheits Tipps

 

April bis November ist Zeckensaison

 

Ab etwa 8°C werden Zecken aktiv. Sie können selbst bei Temperaturen unter 0°C tagelang überleben und uns das Leben schwer machen. Die Zeckensaison startet im April und endet im November. Für alle, die sich in dieser Zeit in Wäldern oder auf Wiesen aufhalten gilt hier erhöhte Gefahr. Es ist deshalb besonders wichtig, sich in den Sommermonaten vor einem Befall von Zecken zu schützen und den Krankheitserregern, die bei einem Biss übertragen werden können, keine Chance zu geben.  Zecken lauern, im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung, nicht in den Baumwipfeln. Auch lassen sie sich nicht auf ihre Opfer fallen. Vielmehr lauern sie in Wäldern, im hohen Gras, losem Laub oder in Gebüschen. Sie nehmen Gerüche von Fettsäuren aus dem Schweiß oder dem Kohlendioxid der Atmung war. Daher wissen die „Holzböcke“, wo sich ihr zukünftiger Wirt befindet. Sie krallen sich mit ihren Beinen fest und suchen nach einer geeigneten Bissstelle. Diese ist meist ruhig, warm und gut durchblutet. Achselhöhle, Kniekehle und Schritt sind sehr beliebt bei Zecken. Mit ihrem scherenartigen Mundwerkzeug reist das Ungeziefer die Haut auf und gräbt mit ihrem Stachel eine kleine Grube in das Gewebe des Wirtes. Diese läuft immer wieder mit Blut voll und wird entsprechend abgesaugt.

Obwohl die meisten Bisse von Zecken harmlos sind, können durch einige Krankheitserreger übertragen werden. Diese Erreger können beim Menschen schwere Krankheiten auslösen. Hirnhautentzündung, FSME und Borreliose sind dabei die Häufigsten. Besonders gefährlich ist die Borreliose, da es hiergegen keine Impfstoffe gibt. Auch die Diagnose ist sehr schwierig, da sich die Beschwerden und Symptome von Mensch zu Mensch stark unterscheiden können.

Zeckenschutzimpfung:

Wer in Risikogebieten lebt, kann und solle sich gegen FSME impfen lassen. Auch Personen, die in Risikogebieten Urlaub machen, sollten sich frühzeitig impfen lassen. Je eher desto besser, denn der Körper benötig Zeit, um eine Immunität aufbauen zu können.

Um eine Immunität aufbauen zu können, sind 3 Impfungen notwendig. In einem Zeitfenster von 2 Wochen bis 3 Monaten nach der ersten Impfung sollte die Zweite erfolgen. Weitere 6 bis 12 Monate später die 3. Weitere 3 bis 5 Jahre später sollte der Impfschutz erneuert werden.

Risikogebiete:

Folgende Hoch-Risikogebiete wurden vom Robert-Koch-Institut ausgegeben:

  • ganz Baden-Württemberg (besonders hervorgehoben: Schwarzwald, Oberrhein und Bodensee)
  • Bayern (besonders hervorgehoben: Region Passau, der Bayrische Wald und die Gegenden an der Donau mit Nebenflüssen)
  • Hessen
  • Rheinland-Pfalz
  • Thüringen

In allen anderen Bundesländern wurden nur vereinzelte FSME Erkrankungen registriert.

Auch für Urlaubsreisende ist eine Zeckenschutzimpfung zu empfehlen. Besonders wer in eines der folgenden Länder verreist, sollte vorher Schutzgeimpft sein.

  • baltischen Staaten (Slowakei, Ungarn, Tschechische Republik)
  • Frankreich gilt das Elsass als Risikogebiet
  • Österreich (entlang der Donau, Niederösterreich, Teile von Kärnten, Steiermark, Burgenland)
  • Italien (Umgebung Florenz / Trient)

Zeckenschutz durch passende Kleidung:

Sich vor dem potentiell gefährlichen Biss einer Zecke zu schützen, ist einfacher als man glaubt. Es wird jedem Menschen nahegelegt, in der Zeckensaison Dickicht, Gebüsche, dichtes Unterholz und hohes Gras möglichst zu meiden. Bei Spaziergängen im Wald sollten Sie auf den Wegen bleiben, festes Schuhwerk  und, wenn möglich, lange Bekleidung tragen. Nachdem der Aufenthalt im Freien beendet ist, sollten Sie sowohl Ihre Kleidung als auch Ihren Körper auf mögliche Zecken untersuchen. Da sich die Zecken nicht sofort nach dem Befall festbeißen, sondern erst eine geeignete Bissstelle suchen, können die Plagegeister unter Umständen noch abgelesen werden. Sollte es schon zu einem Biss gekommen sein, sollte die Zecke möglichst schnell entfernt werden, denn je schneller das Tier entfernt wird, desto geringer ist die Chance zur Übertragung von Krankheitserregern. Auch Ihre Haustiere sollten Sie nach Möglichkeit untersuchen. Auch hier ist das Risiko sehr hoch, dass Zecken auf diesem Weg mit in die Wohnung gelangen. Allein auf die in Drogeriemärkten angebotenen Schutzmittel sollten Sie sich nicht verlassen. Diese sind nach Expertenmeinung eher unwirksam.

Zecken entfernen

Sollte es doch zum Zeckenbiss gekommen sein, sollte das Tier möglichst schnell und vollständig (inkl. Kopf) entfernt werden. Die passenden Werkzeuge dafür sind Zeckenzangen, Zeckenhaken und spitze Pinzetten. Der Hinterleib des Tieres sollte dabei nicht gequetscht werden, da hierdurch mehr Krankheitserregen ausgestoßen werden. Ebenfalls zu vermeiden ist der Einsatz sog. Hausmittel wie Wachs, Öl oder Nagellack. Durch den Einsatz dieser Produkte bekommt das Tier Angst und stößt ebenfalls mehr Krankheitserreger aus.

Bei der Verwendung der richtigen Hilfsmitte gilt der Grundsatz: drehen ist besser als ziehen.  Obwohl Expertenmeinungen in diesem Punkt auseinandergehen, ist festzuhalten, dass beim Drehen der Kopf der Zecke tendenziell seltener stecken bleibt als beim Ziehen. Nach der Entfernung der Zecke sollte die Bissstelle mit einem Desinfektionsmittel behandelt werden.

Sollte die Wunde Rötungen oder andere Anzeichen einer Infektion aufweisen, ist der sofortige Besuch beim Hausarzt empfohlen. Scheu und falsche Tapferkeit kann hier zu einem nicht zu behebenden Problem führen.